
Der
Museumshafen von Greifswald
Samstag,
27. August: Greifswald
Die
letzten Tage waren sehr heiß gewesen,
ungewöhnlich heiß, heute aber hat der Himmel
zugezogen, dann und wann gehen
über Greifswald leichte Regenschauer nieder.
In
dem
kleinen Yachthafen von Ladebow, in dem ich
das Schiff übernehme, ist außer mir noch die
„Ostsee Segelkameradschaft“
zugange (die auf gar keinen Fall mit der „Segelkameradschaft
Ostsee“
verwechselt werden darf - aber das ist eine komplexe Geschichte, die
nicht
hierher gehört). Fünf Boote werden klar gemacht,
alles in allem dreißig bis
vierzig Personen. Wenig später, während ich noch die
„Caroline“ mit Proviant belade,
legt die Segelkameradschaft auch schon ab. Markige Kommandos sind im
ganzen
Hafen zu hören. „Klar bei Vorleine!“
„Vorleine klar!“ Dergleichen
werde ich als Einhandsegler, wenn
ich morgen früh aufbreche, natürlich nicht bieten
können, wen sollte ich auch
mit sonoren Kommandorufen erfreuen?
„Sie
sind alleine unterwegs?“, fragt mich auch der
Inhaber der Charterfirma bei der Bootsübergabe.
„Zwei Wochen allein!“, seufzt
er. „Das ist ja großartig, das würde
ich mir auch einmal wünschen.“ Ich kann ihm nur
recht geben. Bei meinen ersten
Einhandtörns habe ich noch befürchtet, dass mich das
Alleinsein auf See erdrückt.
Inzwischen weiß ich, dass man danach süchtig werden
kann.
Am
Abend wird es dann still im Hafen von Ladebow und
ich mache es mir gemütlich auf der Hanse 315, von der ich
bisher nur sagen
kann, dass sie wirklich wohnlich ist. Inzwischen hat es heftig zu
regnen
begonnen, eine Kaltfront nähert sich. Ich falle in meine Koje
und versinke in
tiefen Schlaf.
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