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Auf nach Kopenhagen
Fortsetzung 1
Sonntag, 30. August 2009: Lübeck- Burgtiefe
In der Früh scheint die Sonne, frischer Wind bläst aus westlicher Richtung. Ich lege ab und mache zum ersten Mal die Erfahrung, wie behutsam man mit einem Langkieler im Hafen manövrieren muss. In der Rückwärtsfahrt interessiert es die kleine Kassiopeia nicht so recht, was ich mir dem Ruder mache, und wenn es dann nach vorne geht, dreht sie nur sehr zögerlich. Außerdem hat die Schraube im Rückwärtsgang sehr wenig Wirkung und das Schiff ist kaum zu stoppen, wenn man zu schnell unterwegs ist.

Finnische Fähre vor Travemünde
Behutsam manövrieren wir uns zwischen den Stegen ins Freie und laufen dann etwas mehr als eine Stunde auf der Trave bis Travemünde. Vorbei an bewaldeten Ufern und kleinen Lagunen, die man hierzulande Wieks nennt, vorbei an den Kais, an denen schwedische und finnische Fähren festmachen, vorbei an der Kirche von Travemünde, deren Kirchturm nicht einmal halb so hoch ist, wie die Brücke der großen Schiffe. Dann geht es hinaus in die Lübecker Bucht.
Bei der Tonne „Travemünde 1“ setzte ich die Segel, ohne Probleme, sehr zu meiner Freude. Ich verzichte auf das Reff. Der Wind weht mit vier Beaufort aus Südwest, in Böen bis sechs. Für den Langkieler überhaupt kein Problem. Nur der Autopilot kommt mit dem Ruderdruck nicht zurecht, ich muss selbst an der Pinne sitzen. Je weiter ich mich vom Ufer entferne, desto deutlicher verstärkt die Welle den Ruderdruck. Mit einer Geschwindigkeit von gut sieben Knoten nehmen wir Kurs auf die Tonne, die die Untiefe Schwarzer Grund markiert.
Später ziehen dann wieder finstere Wolkenbänke aus Westen an, heftige Böen bringen Regen und Hagel. Die Hagelkörner fliegen waagrecht und stechen in der Haut. Ich drehe nördlich der Untiefe bei, um eine kleine Verschnaufpause zu haben, trinke Tee, der vom Frühstück übrig geblieben ist und esse ein paar Kekse. Es ist jetzt halb zwei, seit sieben Uhr habe ich nichts mehr zwischen die Zähne gekriegt.
Danach berge ich das Großsegel und nehme unter dem Vorsegel Kurs auf die Insel Fehmarn. Auf diese Art werden wir zwar langsamer, doch nun ist auch der Autopilot wieder bereit, Dienst zu tun. Ich kann also im Niedergang hocken und mich ein wenig aufwärmen.
Schließlich machen wir in Burgtiefe fest, dem nächstgelegenen Hafen auf Fehmarn, einer ganz und gar künstlichen Anlage, eingefasst von exakt würfelförmigen Häusern, exakt ausgerichtet, umgeben von exakt gemähten Rasenstücken.
Mir soll es recht sein. Ich will nicht mehr, als essen und mich ausschlafen.
Montag, 31. August: Burgtiefe (Fehmarn) Gedser (Falster)
Noch habe ich nicht meinen Rhythmus gefunden und lege erst um acht Uhr ab, zu spät, um die vage Idee zu verwirklichen, mit dem günstigen Südwind gleich an Gedser vorbei weiter in den Norden, nach Klintholm, zu segeln.
Video: Auf dem Weg nach Dänemark (ins Bild klicken)
Vor dem Hafen von Burgtiefe steht noch die Dünung vom Vortag, die kleine „Kassiopeia“ rollt schwer in den Wellen, die nun seitlich eintreffen. Ich setzte nur die Genua, weil das am einfachsten ist, und halte auf die Untiefe von Staberhuk zu. Von dort geht es dann mit nordöstlichem Kurs nach Dänemark.
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