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Rund
Rügen
6. bis 15. Juni 2007
Unser Ziel ist es, die Insel Rügen
zu umrunden. Wir, mein Cousin Michael und ich, haben in Greifswald gechartert,
einem idealen Ausgangspunkt für dieses Vorhaben. Wir haben rund zehn Tage
Zeit, genug für einen gemächlichen Törn.
5. Juni 2007: Greifswald
Nach einer langen Autofahrt, die nahe an
die polnische Grenze führt, kommen wir in Greifswald an. Die Stadt wird
gründlich renoviert, rund um den Hauptplatz findet sich ein erstaunliches
Ensemble alter Häuser, intakt wie selten in Deutschland. Mit einiger
Fantasie kann man sich vielleicht sogar die Szenerie vorstellen, in der vor
mehr als 300 Jahren Caspar David Friedrich geboren wurde.
Im Moment interessiert uns jedoch mehr
der Hafen, wo jenseits des Museumshafens, im Betriebsgelände der
Hanse-Werft, die Charterfirma ihren Steg hat. Zahlreiche halbfertige Boote
verschiedener Größen säumen die Zufahrt, das Geschäft
scheint zu boomen, überall wird gearbeitet. Die Übernahme unseres
Schiffes und die Zulieferung von Proviant werden in einmaligem Tempo erledigt,
und das, obwohl wir einen Tag vor dem vereinbarten Termin angekommen sind.
Unser Boot ist eine Hanse 312 mit dem (rätselhaften) Namen "Njoy".
 Hanse 312
"Njoy" 6. Juni 2007: Greifswald - Stralsund
Da
bereits alle Vorbereitungen erledigt sind, schaffen wir es, um 11 Uhr die
Klappbrücke am Greifswalder Wiek zu passieren, gerade noch rechtzeitig vor
der feierlichen Mittagspause der Brückenwärter. Eine Weile folgen wir
noch den Fahrwassertonnen hinaus auf die Dänische Wiek, in der es ein paar
lästige Untiefen gibt, dann ist es Zeit, Segel zu setzen. Der Wind
bläst mit drei bis vier Windstärken aus Nordost, die Sonne scheint,
über den Greifswalder Bodden tänzeln weiße Schaumkronen.
Die Hanse segelt ausgezeichnet. Gut eine Stunde probieren wir alle
möglichen Manöver aus, um mit ihr vertraut zu werden. Sie ist
schnell, reagiert sensibel auf das Ruder und geht mit Leichtigkeit hoch an den
Wind. Übertrieben erscheint nur das Steuerrad, das auf einem
31-Fuß-Boot das Cockpit blockiert und es schwer macht, zu steuern und
zugleich die Großschot zu bedienen. Aber an welchem Boot ist schon alles
ideal?
Stralsund Nordmole
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